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Interventionelle Therapieformen

Katheterablation (Radiofrequenzablation oder Cryoablation)

Vor über zehn Jahren wurde erkannt, dass der elektrischen Aktivität der Pulmonalvenen eine zentrale Rolle beim Auslösen von Vorhofflimmern vor allem bei Patienten mit der paroxysmalen Form der Rhythmusstörung zukommt. Bei der peristierenden Form sind nicht nur die Pulmonalvenen, sondern auch das Vorhofsmyokard für das Anhalten des Vorhofflimmerns verantwortlich. Seither hat die Katheterablation (in der Regel mittels Abgabe von Radiofrequenzenergie an der Katheterspitze) zur Pulmonalvenenisolation eine beeindruckende Entwicklung durchgemacht. Bei Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern beträgt die Erfolgsrate 70-80% Bei der persistierenden Form ist die Erfolgsrate etwas niedriger. Um diese Erfolge zu erzielen, benötigen ca. 30% aller Patienten mehr als eine Ablationsbehandlung. Die von verschiedenen Zentren veröffentlichten Erfolgszahlen variieren erheblich, was mit der Genauigkeit und der Dauer der Nachbetreuung, der zusätzlichen Gabe von Antiarrhythmika und der Patientenselektion zu tun hat.

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An der Vorhofflimmer-Klinik Basel können Patienten über den Nutzen und die Risiken der Katheterablation aufgeklärt und bei Planung einer Intervention über den genauen Ablauf der Behandlung informiert werden.

Die Katheterablation erfordert in der Regel einen Spitalaufenthalt von 2 Tagen (2 Nächte im Spital). Am Vortag der Ablation erfolgt eine körperliche Untersuchung, eine Blutentnahme und eine transösophageale Echokardiographie, bei der Gerinnsel im Herzen ausgeschlossen werden. Zudem wird eine Computertomographie oder ein Kernspintomogramm des Herzens angefertigt, welche Aufschluss über die genaue Anatomie des linken Vorhofs geben.

3-D Rekonstruktion des linken Vorhofs und der vier Pulmonalvenen mittels ComputertomographieBild vergrössern
3-D Rekonstruktion des linken Vorhofs und der vier Pulmonalvenen mittels Computertomographie

Falls die Intervention mit Radiofrequenzenergie durchgeführt wird, erfolgt während der Intervention eine 3-dimensionale Rekonstruktion des linken Vorhofs. Am Universitätsspital Basel sind die zwei am häufigsten verwendeten sogenannten elektroanatomischen Mappingsysteme (CARTO, NavX) verfügbar. Das CARTO System erlaubt die Integration des am Vortag durchgeführten CTs oder MRIs in die während der Untersuchung durchgeführte 3-dimensionale Rekonstruktion des linken Vorhofs, was zu einer hohen anatomischen Genauigkeit führt.

Oben: 3D-Rekonstruktion des linken Vorhofs und der vier Pulmonalvenen. Unten: Merge mit der 3D-Rekonstruktion der Computertomographie.Bild vergrössern
Oben: 3D-Rekonstruktion des linken Vorhofs und der vier Pulmonalvenen. Unten: Merge mit der 3D-Rekonstruktion der Computertomographie.

Das Elektrophysiologielabor am Universitätsspital Basel

Seit September 2009 steht der Elektrophysiologie des Universitätsspitals Basel ein neu erbautes Elektrophysiologielabor zur Verfügung, welches zusätzlich zu den oben erwähnten Systemen ein magnetisches Navigationssystem (Stereotaxis) integriert hat. Dabei wird der Ablationskatheter mit starken Magneten nicht mehr manuell, sondern mit einem Joystick von einem Computer aus gesteuert, was zusätzlich die anatomische Genauigkeit der Katheterposition verbessern kann. Ausserdem steht in diesem Labor das sogenannte Dyna-CT zur Verfügung, so dass auf die Durchführung eines CT oder MRI am Vortag verzichtet werden kann.

Das neue Elektrophysiologielabor am Universitätsspital Basel.Bild vergrössern
Das neue Elektrophysiologielabor am Universitätsspital Basel.
3D-Rekonstruktion des linken Vorhofs. Mit dem gelbem Pfeil kann per Mausklick am Computer die Richtung des Katheters geändert werden.Bild vergrössern
3D-Rekonstruktion des linken Vorhofs. Mit dem gelbem Pfeil kann per Mausklick am Computer die Richtung des Katheters geändert werden.

Andere Ablationstechniken (Cryo-Ballon, Herzchirurgie)

Die Vorhofflimmer-Klinik Basel ist interessiert daran, Ablationsbehandlungen mit neueren, unserer Ansicht nach in Zukunft wichtigen Technologien anzubieten. So bieten wir bei Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern die Cryo-Ablation mit dem Cryo-Ballon zur Pulmonalvenenisolation an. Diese Ablation wird ohne elektroanatomisches Mappingsystem durchgeführt. Die Erfolgsraten in den bisherigen Studien liegen in etwa im ähnlichen Bereich wie die der Radiofrequenzablation.

28mm Cryoballon zur Pulmonalvenenisolation. Der Ballon wird während der Ablation mittels Stickoxid (N2O) auf -80 Grad Celsius gekühlt.Bild vergrössern
28mm Cryoballon zur Pulmonalvenenisolation. Der Ballon wird während der Ablation mittels Stickoxid (N2O) auf -80 Grad Celsius gekühlt.

Ablationsbehandlungen mittels Abgabe von Radiofrequenz- oder Cryoenergie können auch am offenen Herzen (in der Regel in Kombination z.B. mit einer Klappenoperation) durchgeführt werden. Diese werden am Universitätsspital Basel in Zusammenarbeit mit der Herzchirurgie in naher Zukunft angeboten werden. Zu diesen Interventionen gibt es allerdings noch relativ wenig veröffentlichte Daten, so dass eine lückenlose Weiterbetreuung dieser Patienten sehr wichtig ist.